Sommer in der Eifel
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Auszeit am Rursee

© Eifel Tourismus GmbH

Unterwegs zwischen Wind und Wellen

Die Sonne bringt das Wasser zum Glitzern, eine leichte Brise sorgt dafür, dass die Segler ihre Runde über den Rursee drehen können - es ist eine Idylle, die Erholung und Entspannung verspricht. 


Die Rurtalsperre – oder einfach Rursee genannt - im Nationalpark Eifel ist der zweitgrößte Stausee Deutschlands und der größte Nordrhein-Westfalens. Wer heute am Ufer steht, meint, so könnte es schon immer gewesen sein. Doch weit gefehlt. Stauseen sind künstlich angelegte Seen, sie versorgen eine Region mit Trinkwasser und werden für die Stromerzeugung genutzt. Es gab also eine Zeit vor dem Wasser. Beim Rursee liegt diese Zeit rund 100 Jahre zurück.

Bau der Staumauer

Zwischen 1934 und 1938 schufteten hier Hunderte Arbeiter, um das „technische Wunder“, wie es die Nationalsozialisten in ihrer Propaganda betitelten, zu errichten. Zunächst wurde der Staudamm in Schwammenauel bei Heimbach gebaut. Viele fruchtbare Felder gingen der Landwirtschaft verloren. Die Menschen mussten den Plänen der Regierung weichen. Die Rur wurde nun durch eine 77,4 Meter hohe Staumauer aufgestaut. 

Neue Möglichkeiten für Einruhr

1958 wurde der Paulushof Damm fertiggestellt und der Obersee erhielt die heutige Größe und Höhe. Es war der Start in neue wirtschaftliche Möglichkeiten der Bewohner von Einruhr, die durch die Talsperre nun sehr eingeengt waren. Die fruchtbaren Felder waren zwar verloren gegangen, doch die Touristen kamen. Auf dem Obersee fahren kleine Ausflugsschiffe, Wanderwege rund um den Ort und im Nationalpark ziehen Wanderer und Fahrradfahrer an.

Genutzt wird die Rurtalsperre auch heute noch. Nicht nur für die Wasserstandsregulierung der Rur, sondern auch zur Stromerzeugung. Zusammen mit dem Jugendstilkraftwerk in Heimbach dienen die kleinen Kraftwerke zur Abdeckung der Spitzenlast. Das Jugendstilkraftwerk kann auch im Rahmen von Führungen besucht werden.

Wie wäre es mit einer Wanderung entlang des Rursee-Ufers? Oder doch lieber auf dem Premiumwanderweg Eifelsteig unterwegs sein? Die Etappen 3 und 4 des Eifelsteigs führen durch die Region rund um den Rursee. Dazu gesellen sich Rundtouren, die mal durch die schönen Heckenlandschaften oder an den Ufern von Rur und Olef verlaufen. 

Auf dem Fahrrad kitzelt der Wind die Nase, während die Räder rollen. Das Wasser stets im Blick haben die Radler bei ihrer Runde rund um den Rursee. Sie brauchen ihre eigenen Räder gar nicht mitbringen, an verschiedenen Leihstationen stehen Räder zur Verfügung. Natürlich auch E-Bikes, mit denen das Fahren in der hügeligen Landschaft zum Kinderspiel wird.

Was wäre eine Reise an einen See, wenn nicht auch kleine Abenteuer auf oder im Wasser auf dem Programm stehen würden? An heißen Tagen erfrischt ein Bad im kühlen Nass Geist und Seele. Darf es etwas sportlicher sein? Stand-Up-Paddling, Kanu fahren oder Segeln spricht die sportiven Urlauber an. Wer es etwas beschaulicher mag, leiht sich ein Elektroboot oder lässt sich auf einem der Schiffe der Rurseeschifffahrt über den See schippern.

Rund um den Rursee befinden sich viele Orte mit Cafés und Restaurants. Die Nationalparktore informieren über die heimische Fauna und Flora ebenso wie das Infozentrum auf Vogelsang. Geschichtsinteressierte erfahren auf dem Internationalen Platz Vogelsang außerdem viel über die jüngere Vergangenheit der Region. Der Ausflug kann wunderbar mit Wanderungen an den Urftsee oder der Dreiborner Hochfläche verbunden werden.

Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, ein Ferienpark oder Campingplätze – Für Übernachtungen steht eine Vielzahl an Unterkünften zur Verfügung.