Zwischen Wäldern, Steinen und Geschichten
Die Kelten in der Eifel
Die Eifel ist wild, kraftvoll, rau - und genau das machte sie vor über zwei Jahrtausenden so attraktiv für eine besondere Kultur: die der Kelten. Lange bevor Römer und Ritter die Region prägten, hatten hier Menschen gelebt, die nicht nur gut mit der Natur lebten - sondern in ihr einen Verbündeten sahen.
Was die Kelten auszeichnete, war ihre Fähigkeit, Landschaft zu lesen. Sie lebten nicht getrennt von der Natur, sondern mit ihr. Die Hügel waren für sie keine bloßen Erhebungen, sondern Träger von Bedeutung. Quellen waren heilig, Steine beseelt, Bäume voller Zeichen.
Noch heute scheint diese sichtweise greifbar. - beim Innehalten an einem Menhir, beim Aufstieg zu einem Ringwall, beim Blick ins weite Land von einem Siedlungsplatz aus. In der Eifel sind diese Orte nicht inszeniert. Sie liegen einfach da - als Teil des Waldes, der Felsen, der offenen Höhen.
Kultplätze, Klippen und Kontinuität 
Wer sich auf den Gerolsteiner Keltenpfad begibt, steht bald auf der Dietzenley, einem Basaltkegel mit keltischer Wallanlage. Der Blick reicht über Dolomitrücken, Wälder und Burgruinen. Erdgeschichte und Menschengeschichte liegen hier dicht beieinander. 
In der südwestlichen Eifel, auf der Hochfläche bei Ferschweiler, prägen spirituelle und archäologische Überreste die Landschaft: das Fraubillenkreuz, ein vorchristlicher Menhir, der später mit christlichen Symbolen verziert wurde, und wenige hundert Meter weiter die Wikingerburg, ein Ringwall aus der Bronzezeit, der möglicherweise von keltischen Truppen erweitert wurde.
Empfohlen ist die Audiotour „Bollendorfer Felsentour mit Manfred“ – ein mittelschwerer, 9,6 km langer Rundwanderweg ab der Tourist-Information Bollendorf, der etwa drei Stunden dauert. Begleitet von der Audiotour-App erzählt Wanderführer Manfred Schmitt Geschichten von Schmugglern, Steinbrechern und einer entdeckten römischen Villa und führt die Besucher an bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten wie der Burg Bollendorf, einer jahrhundertealten Buche, der Bildcheslay, dem Aussichtspunkt „Fahnenstange“ – und natürlich dem Fraubillenkreuz selbst, das von mystischen Legenden umwoben ist.
Am Wasser, unter Hügeln 
Rund um Nickenich stoßen Wanderer auf einen Grabtumulus mit keltisch-römischer Inschrift - Zeuge einer Zeit, in der Kulturen ineinanderflossen. Der nahegelegene Pellenzer Seepfad, ein rund 16 Kilometer langer Premiumwanderweg, führt durch Vulkanlandschaft, vorbei an Basaltkömmen und Aussichtspunkten mit Blicke über den Laacher See. Auch kürzere Varianten wie die RNi3-Tour "Rund um den Hummerich" bringen Geschichte, Aussicht und Bewegung in Einklang.
Wer weiter nördlich wandert, etwa durch den Badewald bei Nideggen, begegnet einer anderen Form des Erinnerns: Der Name geht vermutlich auf die keltische Siedlung "Badua" zurück. Heute führen verschlungene Pfade durch einen Wald, der Geschichten in Felsen und Wurzeln trägt.